19.03.2026

Besuch im Europäischen Parlament: Politik live erleben in Brüssel

Mit dem Sozialwissenschaften-Leistungskurs der Q2, dem Grundkurs Sozialwissenschaften der Q1 sowie unseren Verfassungsschülerinnen, Schülerinnen, die sich freiwillig für Demokratie und Politik engagieren, ging es Ende Februar nach Brüssel – zum Europäischen Parlament.

Nach der Ankunft in Brüssel stand zunächst das Parlamentarium auf dem Programm: ein modernes EU-Museum, das mit vielen digitalen Elementen, multimedialen Stationen und interaktiven Zugängen einen eindrucksvollen Überblick über die Geschichte und Gegenwart der Europäischen Union bietet. Besonders beeindruckt hat viele Schüler*innen der große 360-Grad-Parlamentsnachbau: Inmitten riesiger Bildschirme entsteht dort das Gefühl, mitten im politischen Geschehen zu sitzen – und zugleich werden zentrale Entwicklungen und Herausforderungen Europas kurz, verständlich und emotional erfahrbar.

Ein Höhepunkt der Fahrt war anschließend das Gespräch mit Herrn Dr. Berger, Mitglied des Europäischen Parlaments (CDU). Nach einem kurzen Einblick in seinen persönlichen Werdegang berichtete er offen und pointiert über seine aktuelle Arbeit und Positionen – unter anderem zum Russland-Ukraine-Krieg, zur Zukunft des Wirtschaftsstandortes Deutschland im Wettbewerb mit China und den USA sowie zur Flüchtlingspolitik und der Frage eines verbesserten Asylsystems. In der zweiten Hälfte des Austauschs waren die Schüler*innen gefragt: Sie stellten zahlreiche Fragen, brachten eigene Perspektiven ein und diskutierten kontroverse Standpunkte. Besonders intensiv wurden dabei Themen wie ein möglicher Wehrdienst in Deutschland sowie Aufnahme- und Arbeitsmöglichkeiten für Geflüchtete debattiert. Gerade diese klare, direkte Gesprächsatmosphäre sorgte dafür, dass die Jugendlichen sich aktiv positionierten, Argumente abwogen und ihre eigene Meinung schärften – genau das, was politische Bildung ausmacht.

Im Anschluss bekamen wir dank der Unterstützung von Frau Molai die Möglichkeit, das Europäische Parlament selbst zu besichtigen. Während die Schüler*innen auf den Zuschauerrängen Platz nahmen, wurden viele Fragen beantwortet – etwa zur Organisation der Übersetzungsdienste oder zu zentralen Abläufen und Abstimmungen im parlamentarischen Alltag. So wurde deutlich, wie komplex, aber auch wie konkret europäische Politik funktioniert.

Mit vielen neuen Eindrücken, spannenden Diskussionen und einem deutlich „lebendigeren“ Bild von Europa kehrten wir am Abend zur Gesamtschule Norf zurück. Die Fahrt hat gezeigt: Europäische Politik ist nicht abstrakt – sie betrifft unseren Alltag. Und sie wird besonders dann verständlich, wenn man sie dort erlebt, wo Entscheidungen getroffen und Debatten geführt werden.

2026-03-19T13:29:14+01:00
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